
Wer eine Gasfeder berechnen möchte, beginnt mit der Geometrie der Klappe oder Luke. Nur wenn Länge, Hub, Kraft und Befestigungspunkte aufeinander abgestimmt sind, lässt sich die Anwendung gleichmäßig und sicher öffnen und schließen. Erfassen Sie deshalb zunächst die vorhandene Einbausituation oder prüfen Sie die Konstruktionszeichnung, bevor Sie eine Gasfeder auswählen.
Berechnung Gasfeder: Welche Angaben sind erforderlich?
Wenn Sie eine Gasfeder berechnen, werden Länge, Hub, Kraft und Befestigungspunkte bestimmt. Dafür benötigen Sie folgende Angaben:
- 1Gewicht der Klappe, Luke oder des beweglichen Bauteils
- 2Abstand zwischen Scharnier und Schwerpunkt
- 3gewünschter Öffnungswinkel
- 4Position der oberen und unteren Befestigungspunkte
- 5Anzahl der Gasfedern
- 6verfügbarer Einbauraum im geschlossenen und geöffneten Zustand
Aus diesen Angaben ergeben sich die erforderliche Länge, der Hub und die Kraft. Wenn Sie eine vorhandene Gasfeder ersetzen, notieren Sie zusätzlich die Mittenabstände und die verwendeten Endbeschläge. Gasfedern und verfügbare Ausführungen ansehen.
Wie lässt sich die Länge einer Gasfeder berechnen?
Wenn Sie eine Gasfeder berechnen, bestimmen Sie ihre Länge anhand des Abstands zwischen den beiden Befestigungspunkten im vollständig geöffneten und vollständig geschlossenen Zustand. Die ausgefahrene Länge entspricht dem Mittenabstand zwischen den Endbeschlägen bei vollständig ausgefahrener Gasfeder. Die eingefahrene Länge wird auf die gleiche Weise bei vollständig eingefahrener Gasfeder gemessen.
Der Hub ist die Differenz zwischen diesen beiden Längen. Wählen Sie einen Hub, der die gesamte Bewegung ermöglicht, ohne dass die Gasfeder am Hubende auf Anschlag fährt. Als grober Ausgangswert kann die ausgefahrene Länge etwa 60 % des Abstands zwischen dem Scharnierpunkt und dem am weitesten entfernten Befestigungspunkt betragen. Die endgültige Länge muss jedoch anhand der tatsächlichen Befestigungspunkte in beiden Endlagen geprüft werden.
Wie wird die erforderliche Kraft einer Gasdruckfeder berechnet?
Wenn Sie eine Gasfeder berechnen, ist nicht nur das Gewicht entscheidend. Auch Hebelarm, Öffnungswinkel, Einbauposition und Anzahl der Gasfedern beeinflussen die erforderliche Kraft. Bei einer vereinfachten Berechnung wird die Kraft pro Gasfeder aus dem Gewichtsmoment um das Scharnier und dem wirksamen Abstand der Gasfeder zum Scharnier ermittelt.
Legen Sie vor der Berechnung fest, ob die Gasfeder das manuelle Öffnen lediglich unterstützen, das Bauteil nach dem Entriegeln selbsttätig öffnen oder es in geöffneter Stellung halten soll. Die gewünschte Funktion beeinflusst die erforderliche Kraft und die Lage der Befestigungspunkte.
Verwendet werden:
- 1W: Gewichtskraft der Klappe oder Last
- 2L: Abstand zwischen Scharnier und Schwerpunkt
- 3C: senkrechter Abstand zwischen dem Scharnier und der Wirkungslinie der Gasfeder
- 4n: Anzahl der Gasfedern
Berechnung Gasfeder in sechs Schritten
- Wiegen Sie die Klappe und rechnen Sie die Masse in die Gewichtskraft um: W = m × 9,81.
- Messen Sie den Abstand L zwischen der Scharnierachse und dem Schwerpunkt. Bei einer gleichmäßig belasteten rechteckigen Klappe liegt der Schwerpunkt in der Regel in der Mitte.
- Verbinden Sie die beiden vorgesehenen Befestigungspunkte gedanklich zu einer Linie. Diese Linie entspricht der Wirklinie der Gasfeder.
- Messen Sie den senkrechten Abstand C von der Scharnierachse zu dieser Wirklinie. Verwenden Sie für L und C dieselbe Einheit.
- Legen Sie die Anzahl der Gasfedern n fest und setzen Sie die Werte in die Formel ein: F = W × L / (C × n).
- Verwenden Sie das Ergebnis nur als theoretische Gleichgewichtskraft. Die endgültige Nennkraft muss anhand der vollständigen Einbausituation geprüft werden.
Wie werden Einbauposition und Öffnungswinkel bestimmt?
Der obere Befestigungspunkt wird üblicherweise nahe am Scharnier angeordnet. Der untere Befestigungspunkt bestimmt zusammen mit der Gasfeder den Öffnungswinkel und die Unterstützung im geöffneten Zustand. Der Winkel zwischen Gasfeder und beweglichem Bauteil muss einen ausreichend großen wirksamen Hebelarm ermöglichen. Ein allgemeingültiger Idealwinkel lässt sich deshalb nicht ohne die konkrete Einbaugeometrie angeben.
Damit Sie eine Gasfeder berechnen und korrekt positionieren können, bestimmen Sie die genauen Befestigungspunkte anhand der Abmessungen Ihrer Anwendung oder einer Konstruktionszeichnung. Prüfen Sie anschließend, ob sich die Gasfeder in beiden Endlagen frei bewegen kann und ob die Befestigungen für die gesamte Kraft ausgelegt sind.

Was ist nach der Gasfeder-Berechnung zu prüfen?
Nach der Berechnung der Gasfeder montieren Sie sie erst, wenn die Befestigungspunkte ausreichend stabil ausgeführt sind. Öffnen und schließen Sie die Anwendung langsam. Prüfen Sie dabei, ob die Bewegung gleichmäßig verläuft, der gewünschte Öffnungswinkel erreicht wird und die Gasfeder nicht auf Anschlag fährt. Wenn die Bewegung nicht gleichmäßig ist oder die Kraft in der Endlage nicht ausreicht, passen Sie die Einbauposition an.
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Ian Martin
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